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(Willkommen) in Laos

Mein Vorfreude auf Laos war riesig. Der Lonely Planet klang bei diesem südostasiatischem Land sehr vielversprechend. Es gibt zwar keinen Zugang zum Meer, aber riesige Höhlen, grüne Karstfelsen und Dschungel. In Laos treffen sich Kletter- und Kajakbegeisterte und natürlich die Partybackpacker, die beim Tuben am Morgen gerne schon ihr erstes Bier intus haben.

Die Grenzodyssee

Schmetterling

Schmetterling

Der Grenzübergang Chiang Khong (Thailand) – Houay Xay (Laos) war unproblematisch, aber anstrengend und teuer. Der Bus aus Chiang Rai brachte uns nicht direkt an die Grenze, so dass wir ein TukTuk zur Grenzstation nehmen mussten. Nachdem wir offiziell aus Thailand ausgereist waren, ging es in einer zweiminütigen Fahrt per Bus zur Einreisestelle nach Laos. Von der Grenze nach Houay Xay teilten wir uns ein TukTuk, das uns zum Bahnhof brachte (2 USD für drei Minuten Fahrt). Von dort aus stiegen wir in ein anderes TukTuk, das uns in die Stadt Houay Xay brachte. Jeder Bus- und TukTukfahrer wollte beim Touristenabziehspiel mitmachen. Das war teuer, nervig und brachte mich am Ende fast zum Heulen. Glücklicherweise konnte Raphael seine Contenance besser bewahren als ich, so dass ich schließlich aufhörte, den TukTukfahrer anzuschreien und mich resigniert meinem Schicksal ergab.

Nach unserem ersten Tag in Laos war meine Vorfreude, naja, gedämpft. Ich wollte diesem Land eine Chance geben. Ich wollte es mögen. Grenzregionen sind ja oft nicht so einladend. Also schnell weg aus diesem unfreundlichen Grenzort, an dem alle nur die armen Backpacker ausnehmen wollen. Auf nach Luang Namtha.

Die kleinen Drogenomas

Bergdorf

Bergdorf

Haben Sie Interesse an einem Armbändchen? Selbstgemacht. Nein? Dann vielleicht Opium? Ja, auch selbstgemacht. Die Hmong waren schon in Thailand eine Volksgruppe, die es sich mit Mehrheitsbevölkerung ein wenig verscherzt hat. Als Opiumproduzenten haben sie jahrzehntelang solide Einnahmen erzielen können. Dann kamen die internationalen Konzerne und Organisationen und die thailändische Regierung musste sich Programme ausdenken, mit denen man die Hmong anderweitig beschäftigen kann. Opiumproduktion, das geht jetzt nicht mehr. Was sollen denn die Touristen denken? Nun, die laotische Regierung sieht das nicht so eng. Touristen können sich in Luang Namtha ihr eigenes Bild über die Hmong machen. Uns erschienen die in hübscher Tracht gekleideten Hmong-Frauen etwas zu aufdringlich. Auch über die Opium-Stoffqualität können wir nichts sagen. Aber wer schon immer mal von kleinen, älternen Drogendealerinnen angesprochen werden wollte, sollte hierher kommen.

Laos erschien uns zunehmend merkwürdig.

Warum sind die Gästehäuser und das Essen hier viel teurer als in Thailand? Warum lächelt hier keiner und warum spricht niemand mit uns? Der erste Eindruck war miserabel. Die Mentalität erinnerte uns an Deutschland. Aber wir hatten ein Ass im Ärmel: die (angeblich traumhafte) Flussfahrt auf dem Nam Ou.

Franziska

Franziska

Hallo, ich bin leidenschaftliche Autorin, Fotografin und Reisende. Was ich erlebe und wie ich darüber denke, kannst du hier auf dem Blog verfolgen.

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