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Songkran – Warten auf die Wasserschlacht

Songkran, das Neujahrsfest, schenkt den Laoten 3 Urlaubstage. Deswegen wurde vom 14. bis 16. April 2015 hier ordentlich und mit viel Wasser gefeiert. Wir haben uns gefragt, wie die Laoten 3 Tage Party überstehen. Wann ist dann genau Neujahr? Müssen wir 3 Tage lang mit nassen Klamotten rumlaufen?

Das Ruderfest in Nong Khiao

Nong Kiaw

Regenwolken über Nong Khiao

Unsere laotische Neujahrsparty begann schon einige Tage früher. Wir wurden in Nong Khiao um 6 Uhr früh mit Popmusik aus riesigen Lautsprechern geweckt. Ab und an mischten sich noch lautere Durchsagen von einem Sprecher dazwischen. Ein Restaurantbesitzer hatte uns am Vorabend erzählt, dass es ein Ruderfest geben sollte. Toll, dachten wir, dann gibt es was zu sehen und wir kommen einfacher mit Einheimischen in Kontakt. Wir hatten Plätze in der ersten Reihe, weil die Terrasse unserer Hütte direkt an der Ziellinie lag. Hinter unserer Hütte hatte der Sprecher neben seinen Lautsprechern Platz genommen und informierte uns auf laotisch über den Stand des Rennens. Den ganzen Tag. Bis 19 Uhr…

Nong Kiaw2

Ruderboote auf dem Nam Ou

Im Dorf herrschte, trotz des anhaltenden Regens, sehr gute Stimmung. Später klarte der Himmel auf, es gab Laobier im Überfluss und jeder, der eine Stereoanlage hatte, schaltete seinen Lieblingssong in voller Lautstärke auf Dauerschleife. Das war ein ordentliches Fest. Feucht und fröhlich, aber vorallem laut.

Die Neujahrsparty in Muang Ngoi

Unsere Erwartungen für das kommende Neujahrsfest lagen ziemlich hoch. Wie soll ein Fest noch lauter und voller sein als das Ruderfest? Zunächst sind wir aber im Boot von Nong Khiao nach Muang Ngoi gefahren, denn wir brauchten Ruhe. Keinen Mucks wollten wir hören. Am liebsten wollte ich in einer Hütte neben einem Kloster absteigen. Überraschenderweise gab es diese Hütte. Neben dem Kloster, direkt am Fluss, gegenüber von grünen Karstbergen, mit Hängematte fanden wir unser neues Idyll. Der perfekte Ort, um den Rausch, den wir nach 3 Tagen Party haben werden, auszuschlafen.

Die Ruhe vor dem Sturm

Muong Ngoi2

Bootsanlegestelle Muang Ngoi

Wann und wo ist die Party? Den Tag vor der großen Sause hatten wir extra mit einer Höhlentour genutzt. Jetzt waren wir bereit für die Feier. Warum ist nun alles ruhig? Sollte heute nicht die Party steigen? Ein Schwede, der seit 4 Jahren in Mung Ngoi lebt, sagte uns, dass es gegen Mittag eine Prozession geben sollte. Wir warteten. Mung Ngoi ist ein kleines Dorf. Man hört, wenn am anderen Ende was los ist. Erst am Nachmittag erklang Musik, Prozessionsmusik. Wir schnappten uns die Kamera und machten uns auf zur Hauptstraße. Als wir ankamen war wieder alles ruhig. Nichts. Keine Mönche, keine Party. Also warteten wir wieder.

Angeblich sollte auf der anderen Seite des Flusses die Hauptfeier stattfinden. Stände sollte es geben, Bier und Musik. Doch auch am 15. April blieb alles ruhig. Sind die Dorfbewohner hier so entspannt, dass sie ihr eigenes Neujahrs verschlafen?

Auf in die Wasserschlacht

Franzi Höhle

Franzi in der Phanoy Höhle

Das Warten ging uns auf die Nerven. Es sollte endlich was passieren. Zur Ablenkung starteten wir eine weitere Wanderung, die uns am 16. April zu einer anderen Höhle in der Umgebung führte und außerdem einen guten Ausblick auf das Dorf bot. Wir konnten unseren Augen kaum trauen. Da wurden tatsächlich Bootsladungen mit Bier und Bänken auf die andere Seite des Flusses gebracht. Pavillons entstanden, das Partyvolk wurde zahlreicher. Bald würde es losgehen.

Bewaffnet mit einem riesigen Schwimmring, einigen Flaschen Bier und guter Laune gingen wir zum Bootssteg. Ob uns jemand mit auf die andere Seite nehmen würde? Gratis? Keine Chance. Die Jungs mit den Booten nahmen lieber Einheimische mit, die sich blitzschnell einige Plätze sicherten. Ein freundlicher Laote mit einem kleinen, gelben Kajak hat uns schließlich trockenen Fußes und kostenlos zur anderen Flussseite gebracht. Für den Rückweg hatten wir zur Not noch den Schwimmring.

Paddeln

Mit Schwimmring machen wir uns auf dem Rückweg. Raphael bleibt ganz Kavalier.

 Die Party war in vollem Gange. Die Laoten tanzten zu Popmusik in Grüppchen um den Bierkasten. Die Kinder spielten Schlamm- oder Wasserschlacht. Es wurde gegessen und getrunken. Aber irgendwas fehlte. Das laotische Neujahr wird eigentlich mit viel Wasser befeiert. Wasserpistolen und Wasserbomben sind in Luang Prabang an diesem Tag notwendige Überlebensausrüstung. Man wird in jedem Fall nass. Aber wir blieben bis dahin trocken.

Wir hatten noch nicht das Level der Laoten erreicht, die bereits seit dem Vormittag am Trinken waren. Nach einigen Bier und ein paar Gesprächen mit den wenigen anderen Touristen, die sich hierher getraut hatten, machten wir uns deshalb auf den Rückweg. Es ging durch den Fluss. Auf dem Schwimmring. Angetrunken. Zu Zweit. Endlich waren wir nass. Das war ein Spaß. (Liebe Kinder, bitte nicht Nachmachen!)

Aussicht

Aussicht während unserer Wanderung zur Höhle

Brücke

Bambusbrücke, die zu einem kleinen Dorf führt

Höhle Franzi

Forscherin Franzi

höhleneingang

Entdecker Raphael

höhlenforscher

Höhlenforscher Raphael

Hundi

Dieser süße Straßenhund hat uns den ganzen Tag begleitet. Ein paar Leckerlis hatten wir dabei.

Hundi2

2 Tage später hat er uns nochmal kurz besucht. Wir hätten ihn so gerne behalten.

Pflanze am Strand

Raphael Höhle

Höhlenforscher nochmal

Spinne, Schmetterling

Epic Battle

Franziska

Franziska

Hallo, ich bin leidenschaftliche Autorin, Fotografin und Reisende. Was ich erlebe und wie ich darüber denke, kannst du hier auf dem Blog verfolgen.

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