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Die Motorradodyssee Teil 1 – Unser vietnamesisches Second Hand Bike

Der Minibus nach Luang Prabang war bis auf den letzten Platz gefüllt. Unsere Rucksäcke wurden auf dem Dach des Busses festgeschnallt. Kleineres Gepäck trugen wir während der Fahrt auf den Knien. Die Sonne schien seitlich durch die Fenster auf unsere Arme. Der Fahrtwind war nie genug. Meine Kleidung klebte wie nass an meinem Körper. Umso näher wir dem Tal kamen, umso wärmer wurde es. Es gab keine Abkühlung und auch keinen Freiraum. Nur andere Touristen. Das wollten wir nicht mehr.

Unabhängig reisen

Trampen

Trampen in Thailand

Unseren eigenen Weg gehen, das war doch der Plan. Trampen in Thailand war super, aber bisher hatte uns in Laos noch niemand mitgenommen. Hielt hier mal ein Fahrer an, wollte er mehr Geld als ein Busticket gekostet hätte. Wir beteiligen uns gerne an den Spritkosten, wenn uns ein Fahrer mitnimmt, aber wir lassen uns nicht gerne ausnehmen.

Wir hatten kaum Alternativen zum Touribus. Ein eigenes Auto? Selbst ein Gebrauchtes wäre viel zu teuer. Auch die Idee im TukTuk zu reisen hatten wir wieder verworfen. Dann trafen wir Maude, Luxemburgerin, und mit Maude kam Laurent, Franzose. Laurent hatte ein Motorrad, das ihn in sechs Wochen von Vietnam nach Laos geführt hatte und welches er nun verkaufen wollte. Raphael und ich hatten schon oft über das Thema Selbstfahren gesprochen und nun breitete sich diese Gelegenheit vor uns aus. Der Funken sprang über.

Der Motorradkauf

Luang Prabang

Stadtverkehr in Luang Prabang

Wir hatten beide keine Ahnung von Bikes, also wurde das Internet durchforstet. Gute, gebrauchte Motorräder kann man in SOA schon ab 200 USD kaufen. Die meisten Angebote sahen wir auf travelswop und craigslist. Viele Reisende machen eine Tour durch Vietnam und verkaufen ihr Bike dann in Hanoi oder HCMC wieder. Dann hatten wir also Glück, dass uns schon in Laos ein Bike angeboten wurde. Aber worauf sollten wir bei der Testfahrt nun achten? Selbst die Motorradkauf Checkliste vom ADAC haben wir nicht ganz verstanden. Sicherlich wäre es sinnvoll an dieser Stelle den Mechaniker des Vertrauens zu konsultieren, aber den gab es für uns nicht. Also Augen zu und durch.

Am nächsten Tag wurde das Bike begutachtet. Eine endlose Zahl an Vorbesitzern hatte das Bike „gepflegt“. Uns war schnell klar, dass das Bike viele Werkstattgänge vor sich hatte. Sollten wir es trotzdem wagen? Ohne irgendeine Ahnung von Motorrädern zu haben? 500 USD war definitiv zu teuer, doch Laurent ließ sich auf 350 USD runter handeln, wir wurden weich und schlugen wir zu. Nach einigen Testfahrten hatten wir also eine Suzuki GN 125 gekauft.

Ferne

Der Blick in die Ferne

Eigenes Bike. Geil.

Das Bike sollte uns nach Vietnam und Kambodscha bringen, vielleicht sogar nach Thailand. Eine Blue Card, um mit dem Bike über die Grenzen zu kommen, hatten wir. Alle 200 km müsse das Öl gewechselt werden, hatte Laurent gesagt. Das hieß ständig in der Werkstatt zu sein. Aber das war für uns alles kein Problem. Endlich fühlten wir uns frei.

Gleich am nächsten Tag haben wir uns in den Sattel geschwungen. Unser erster Ausflug mit dem eigenen Motorrad sollte uns zu einem wundervollen Wasserfall mit paradiesisch blauen Badepools führen. Der Weg dorthin war teilweise steil. Dem Motorrad gefiel das nicht. Die Probleme fingen also schon in Luang Prabang an.

Wasserfall Luang Prabang

Kuang Si Wasserfall

Der Motor wurde unheimlich heiß und verlor tropfenweise Öl. Das war ein schlechtes Zeichen. Soviel verstanden wir von Fahrzeugen. Trotzdem quälten wir das Bike über die Hügel und stellten zufrieden fest, dass das Bike zwar langsamer wurde, aber nicht stehen blieb und uns beharrlich zum Ziel brachte. Wir füllten Öl nach und liesen den Motor eine Weile ruhen. Vielleicht braucht er bei den Temperaturen einfach nur regelmäßige Pausen. Das war meine erste Fehleinschätzung.

Ob wir es mit dem Bike bis nach Vang Vieng schaffen, könnt ihr bald im zweiten Teil der Motorradodyssee lesen.

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Franziska

Franziska

Hallo, ich bin leidenschaftliche Autorin, Fotografin und Reisende. Was ich erlebe und wie ich darüber denke, kannst du hier auf dem Blog verfolgen.

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