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Nachhaltig Reisen und dabei Geld sparen? Wir verraten unseren Trick

Ich ahnte, was auf mich zukommen würde, aber ich war trotzdem geschockt. In diesem Ausmaß hätte ich es nicht erwartet. Er war überall. In den Straßen, in den Flüssen, sogar am Strand. Die Inder schienen sich damit arrangiert zu haben, aber für mich war es schwer zu ertragen. Es ist nicht nur ein ästhetisches, sondern vor allem ein Umweltproblem.

Der Müll ist in Indien allgegenwärtig

Abfall auf den Straßen scheint als notwendiges Übel akzeptiert zu werden. Die englischsprachigen, indischen Zeitungen wollen das Umweltthema zur öffentlichen Diskussion erklären, aber praktisch passiert nichts.

Der gute Wille ist bei Strand- und Parksäuberungsaktionen alles was bleibt.

Warum? Weil es für Inder im Allgemeinen ok ist den Müll, den sie produzieren, dem öffentlichen Raum zu übergeben. Es existiert noch kein (oder nur ein sehr geringes) Bewusstsein für die eigene Verantwortlichkeit gegenüber dem Allgemeingut Umwelt. So werden Eierschalen, Plastikbecher, Einkaufstüten und letztlich alles, was als Abfallprodukt des täglichen Lebens anfällt, aus dem Fenster geworfen. Die Straßen, Flüsse und Strände sehen leider auch so aus.

dicke Affen

Die Affen in Mamallapuram ernähren sich von den Abfällen der Menschen. Dieser hier steht leider auf zuckerhaltige Soft Drinks.

In Varansi war es soweit, dass ich in einigen Straßen nicht mehr wusste, wo ich lang gehen soll, ohne auf den stinkenden Müll zu treten. Der Strand in Mamallapuram war so dreckig, dass ich selbst nach der Strandsäuberungsaktion, die einige Tage zuvor durchgeführt worden war, keinen geeigneten Platz gefunden habe, um mein Strandtuch auszubreiten. Das ist vielleicht eines meiner Luxusprobleme, aber es steckt dennoch mehr dahinter. Der Abfall in Indien kehrt einfach sofort zurück und er wird jeden Tag mehr.

Was nachhaltiges Reisen für mich bedeutet

Sawyer raphael

Raphael mit dem Sawyer MINI Wasserfilter

Ich fühle mich für den Müll, den ich produziere, verantwortlich und versuche, nicht nur günstig um die Welt zu reisen, sondern auch darauf zu achten was ich auf meinen Reisen mache und welche Auswirkungen es hat. Raphael und ich hatten uns entschieden, weniger Müll zu produzieren. Denn Abfall, der nicht entsteht, muss auch nicht aufgesammelt, verbrannt oder vergraben werden.

Weniger Abfall produzieren… aber wie?

Beim Einkaufen kann man auf unnötige Tüten verzichten, das ist klar. Aber was ist mit Getränken? Plastikflaschen waren unser größtes Problem. Jeder von uns trank mindestens 2-3 Liter Wasser am Tag, daher hatten wir schon nach kurzer Zeit eine riesige Müllhalde voller Plastikflaschen im Zimmer. Man könnte die leeren Flaschen in einem Restaurant wieder auffüllen. Das wird aber nur selten angeboten.

Raphael Wasser

Quellwasser. Yeah!

Unser Trick: Mit einem Wasserfilter einen Schritt in Richtung Nachhaltigkeit

Unsere indienerfahrenen Freunde Hannes und Nadine, die mit dem eigenen Tuktuk durch Indien fuhren, hatten einen Wasserfilter von Sawyer dabei. Innerhalb von 10 Minuten haben sie mit dem Filter eine 1,5 Liter Flasche mit frischem Trinkwasser gefüllt. Das Wasser dazu stammte ganz einfach aus dem Wasserhahn. Leitungswasser sollte man in Indien als Europäer auf jeden Fall nicht trinken, daher war ich etwas nervös, als ich von dem gefilterten Wasser probierte. Aber es ging mir auch Stunden nach der Kostprobe noch gut. Ebenso wie Raphael, Hannes und Nadine. Ist das nicht fantastisch? Mit dem Wasserfilter konnten wir Leitungswasser in frisches Trinkwasser umwandeln. Wir waren begeistert und haben uns gleich bei Amazon den Sawyer Wasserfilter bestellt.

Unsere Erfahrungen mit dem Sawyer MINI Wasserfilter

  • Der Sawyer MINI Wasserfilter ist sehr leicht (45g). Er ist als zusätzliches Gewicht in deinem Rucksack echt nicht zu spüren.
  • Er entfernt 99,9% aller Bakterien im Wasser. Raphael und ich hatten nie Probleme mit dem Trinkwasser, das aus dem Filter kam.
  • Wir finden, dass das gefilterte Wasser ganz normal schmeckt. Super ist es, wenn du frisches Flusswasser filtern kannst. Das schmeckt einfach köstlich und ist auf langen Wanderungen erfrischend. Außerdem kannst du viel Gewicht in deinem Tagesgepäck sparen. Nimm bei der nächsten Wasserfallwanderung einfach den Filter mit und spare es dir eine zusätzliche 1,5 Liter Flasche im Rucksack zu tragen.

    Wassersack

    Raphael füllt den Wassersack

  • Wer den Sawyer MINI Wasserfilter bestellt, bekommt auch einen 24g Wasserbeutel dazu. Den kannst du verwenden, um das Leitungs- oder Flusswasser darin aufzufangen. Den gefüllten Wasserbeutel steckst du dann auf den Filter und hast in wenigen Minuten frisches Wasser.
  • Wichtig ist es, den Wasserfilter regelmäßig zu reinigen. Durch die mitgelieferte Reinigungsspritze ist die Säuberung supereinfach.

Nicht nur nachhaltig reisen, auch noch Geld dabei sparen!

  • Der Sawyer MINI Wasserfilter gibts bei Ebay und Amazon für ca. 32 Euro. Wenn man das auf den Preis der Wasserflaschen umrechnet, die man sonst kaufen würde, ist das wirklich ein guter Deal. Selbst im günstigen Reiseland Indien sparst du mit dem Wasserfilter schnell bares Geld. Der Wasserfilter ist eine Investition!
  • Der Filter reicht laut Herstellangabe für 378.540 Liter. Wenn du jeden Tag 3 Liter Wasser trinkst, hält er 126.180 Tage oder 18.025 Wochen.
  • Du brauchst für den Sawyer MINI Wasserfilter kein Nachfüllset und kein Upgrade Kit (wie bei anderen Wasserfiltern). Der Filter ist vollständig und gebrauchsbereit so wie er ist.

Andere Wasserfilter für Unterwegs

Der Sawyer MINI ist ein Wasserfilter, den wir absolut empfehlen können, weil wir ihn schon seit Monaten benutzen und wirklich zufrieden damit sind. Es gibt aber auch gute Alternativen:

Wasserfilter sind eine Investition in deine Reisekasse und in die Umwelt.

Hast du schon Erfahrungen mit dem Sawyer MINI oder einem anderen Wasserfilter gemacht? Was sind deine Tipps, um nachhaltiger zu reisen? Wie packst das Müllproblem auf Reisen an? Schreib uns einen Kommentar und lass es uns wissen!

Franziska

Franziska

Hallo, ich bin leidenschaftliche Autorin, Fotografin und Reisende. Was ich erlebe und wie ich darüber denke, kannst du hier auf dem Blog verfolgen.

4 Comments

  1. Hallo Franziska,
    toller Beitrag und ich hoffe sehr, dass ihr damit einige menschen erreicht und zum Nachdenken anregt. Ich selbst nutze den Wasserfilter von Katadyn und bin super zufrieden. Ich frag mich jedoch, ob es wirklich eine gute Idee ist das Wasser aus der leitung zu nehmen. Nach meinen Kenntnissen ist Filterr nicht für klares Wasser geeignet, weil sich Bakterien und Viren imme an Partikel setzen, die dann vom Keramikfilter abgehalten werden. Bei klarem Wasser, aus, das aus der Leitung gibt es zu wenige Partikel, so dass in der Regel eine große Anzahl im Trinkwasser bleibt. Für klares Wasser wurden mir mal die Chlortabletten empfohlen. Hab sie noch nicht genutzt, da ich mein Wasser immer aus der Natur beziehe. Wie lange nutzt ihr das denn jetzt schon mit dem Filter? Es wäre ja tatsächlich mal gut zu wissen, wenn man eben nicht in der Natur ist.
    Gute Reise weiterhin
    Steffi

    • Hallo Steffi,
      danke für deine Infos. Soweit ich weiß, ist der Sawyer Mini ein Osmosefilter, der mit Hilfe von Hohlfasern funktioniert. Ich glaube das Prinzip ist ähnlich zum Keramikfilter. Same same but different.
      Chlortabletten habe ich auch nie genutzt. Da wir viel Wasser (v.a. während vieler Monate) filtern, war ein Miniwasserfilter für uns aber die beste Alternative. Den Sawyer nutzen wir seit 6 Monaten. Nicht jeden Tag, weil wir gerne auch Wasser an Wasserspendern auffüllen, aber gibt es diese Option nicht, kommt der Filter zum Einsatz. Wir haben also jeden 2.-3. Tag den Sawyer Filter benutzt und sind absolut zufrieden. Man muss den Wasserfilter halt regelmäßig reinigen, aber das ist es uns Wert.
      Viele Grüße, Franzi

  2. Hallo, kleine Ergänzung: Die Faltflaschen von Platypus (BPA-frei) passen auch auf das Gewinde vom Sawyer. Die gibt es erstens in der 2 Liter Version, außerdem ist das Plastik nicht so steif wie bei den original Faltflaschen von Sawyer. Ich habe mir zusätzlich unten an eine Faltflasche eine Schnur befestigt, so kann ich die Flasche samt Filter kopfüber aufhängen, die zu füllende Trinkflasche (am besten mit Weithals) darunter stellen und ca 15min warten. Stressfreier gehts wirklich nicht mehr 🙂
    Noch ein kleiner Tip: Ihr werdet sicher schon bemerkt haben, dass sich die Faltflaschen recht schwierig unter Wasser befüllen lassen, da sie sich durch den Wasserdruck zusammendrücken, sobald sie untergetaucht werden. Falls also keine starke Strömung oder sogar ein kleiner Wasserfall vorhanden ist, um die Flasche zu füllen, kann man sich sehr gut einfach mit einer Tasse behelfen und die Faltflasche recht schnell durch schöpfen mit der Tasse auffüllen. LG aus Köln

    • Hallo Ted,
      danke für deine hilfreichen Tipps! Besonders die Idee mit der Schnur finde ich gut.
      Leider haben wir unsere Faltflasche irgendwo liegen lassen und müssen jetzt immer eine Plastikflasche nehmen, die von der Flaschenöffnung her auf den Filter passt.
      Wie reinigst du die Faltflasche eigentlich nach häufigem Gebrauch?
      VG, Franzi

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