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Unsere Indien Bottom 5

Unsere Liste der unschönen Erfahrungen, verdreckten Orte etc ist äußerst subjektiv. Hell und dunkel liegen hier dicht beieinander. Manchmal haben wir an wunderbaren Orten auch schlechte Eindrücke gesammelt, weil wir zu hohe Erwartungen hatten oder uns über den Tisch gezogen fühlten.

Wüstensafari

Wir dachten an Sahara und bekamen Ostseedünen. Zwei Tage auf einem Kamel zu verbringen ist anstrengend, aber auch schön. Nicht so schön waren die fehlenden Decken in der Wüstennacht und die fehlenden Waschmöglichkeiten. Aber am meisten wurden wir von dem Versprechen enttäuscht zu einer nicht-touristischen Düne zu reisen und vor Ort festellen zu müssen, dass ich meine Dünennachbarn nicht nur sehen, sondern auch hören kann.

Mt. Abu

Das Ballermann und auch das Disneyland der Mittelschicht-Inder hat uns doch überrascht. Um die im Lonely Planet versprochene Natur und frische Luft genießen zu können, muss man schon ein wenig suchen. Fündig wurden wir aber und dabei mit einer fantastischen Aussicht und guten Wanderwegen belohnt. Zwischendurch muss man nur etwa hundert fotogeile indische Touristen am Tag abwehren, dann ist es auch hier schön.

Varanasi Hotel

In Varanasi war alles ein bisschen krasser, zB. die Enge der Gassen, der Dreck, die Hektik. Auch ein spezielles Hotel konnte auf unserer bisherigen Reise noch nicht unterboten werden, weil es mit Bettwanzen (in jedem der zehn von uns untersuchten Zimmer), dreckbeschmierten Zimmerwänden (oder eher Zellwänden), einer abenteuerlichen Treppe ohne Geländer (5. Etage mit Rucksäcken, ohne Aufzug) und einer Abendessen-Wartedauer aufwartete, die jeden schlankeren Gast hätte verhungern lassen.

Müllproblem – Bsp. Strand von Mamallapuram

Es gab viele Strände, an denen ich nicht baden wollte, zB. weil ich die Erfahrung gemacht hatte, dass Gruppen von jungen Männern mich umzingelten, sobald ich mich auszog oder ins Wasser ging (auch wenn ich Kleidung über dem Bikini trug). Dann sitze ich lieber am Strand und schaue den Wellen zu. Das war leider in Mamallapuram nicht besonders romantisch. Als wir eines Abends den Sonnenuntergang vom Strand aus beobachten wollten, wurde eine zerfetzte Schildkröte an Land gespült, kurz danach folgte ein Kugelfisch. Der Strand quoll über von toten Fischen, alten Fischernetzen, Kuhdung und Plastikmüll.

Das fanden einige Einheimische auch nicht schön, deswegen wurde ein Event ins Leben gerufen, bei dem alle den Müll einsammeln sollten. Viele fleißige Hände (darunter auch zahlreiche Touristen) säuberten den Strand, der danach schon ein bisschen weniger dreckig war. Blöd war, dass niemand die Gebühren für die Müllentsorgung übernehmen wollte und die Initiatoren nun auf diesen Kosten sitzen blieben. Das war dann wohl traurigerweise das letzte beach cleaning.

Backpackerghetto – Bsp. Hampi

Hampi ist landschaftlich beeindruckend, deswegen zieht es viele Touristen an. Dass ich aber nur Backpacker und jene Inder, die in der Tourismusbranche arbeiten, sehen würde, hatte ich nicht erwartet. Ein Souvenir- oder Hippikleidungsgeschäft reiht sich hier ans nächste. Es ist ein Traum, wenn man vom Hotel nur 10 m laufen muss, um Geschenke zu kaufen und dann Pizza oder Curry essen zu gehen, aber es ist leider unreal. Hampi ist keine indische Stadt und daher fehlt auch das normale Indien. Das kann zur Abwechslung sehr entspannend sein.

Franziska

Franziska

Hallo, ich bin leidenschaftliche Autorin, Fotografin und Reisende. Was ich erlebe und wie ich darüber denke, kannst du hier auf dem Blog verfolgen.

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